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Fratz&Co Oktober 2013

www.fratz.at Getrennte Abende Peter K. denkt: Männerabende wären eine angenehme Abwechslung und würden mir helfen, mich ausgeglichener zu fühlen. Roman Braun analysiert: Dieses Gefühl ist ein legitimes Verlangen nach einem Tapetenwechsel. Wenn du dich mit Freunden triffst, lädst du dich mit männlicher Energie auf. Die Partnerschaft wird dadurch umso stabiler und faszinierender. Zudem ist es egal, wer die männliche Energie erzeugt und wer die weibliche. Je stärker die Polarität zwischen männlich und weiblich ist, desto aufregender und stabiler ist die Partnerschaft. Gehe also mit deinen Freunden aus. Offenheit & Happy End Peter K. denkt: Wir reden nur mehr über das Kind. Meine Partnerin wirkt sehr verschlossen. Ein liebevolles, warmes Wort kam ihr schon lange nicht mehr über die Lippen. Über unsere Beziehung haben wir auch schon länger keinen positiven Ton mehr verloren. Roman Braun analysiert: Eure Beziehung soll ein Happy End bekommen: Sagt euch vor: „Wir schaffen das!“ Deine Frau vollbringt gerade eine Leistung, die hoch geschätzt werden sollte. Trotz der hohen medizinischen Standards in Mitteleuropa, ist die Müttersterblichkeit bei der Geburt immer noch nicht bei Null. Wir alle verdanken unser Leben einer Frau, die ihres riskiert hat, damit unseres sein kann. Ihr Körper verbringt unglaubliche Taten. Es erfordert viel Energie und erklärt ihre Laune. Ihr geht gemeinsam durch diese Zeit, die euch mehr verbindet denn je. Egal, was eure Fürsorge, psychische und physische Energie momentan beansprucht – eure Beziehung ist der Mittelpunkt und euer Kind wird euch später dafür danken. Maria K. denkt: Ich würde ebenfalls gerne einen Abend mit Freundinnen verbringen, wobei ich dem Kind gegenüber ein schlechtes Gewissen habe. Ist unsere Beziehung aufgrund der Sehnsüchte nach anderer Gesellschaft gefährdet? Roman Braun analysiert: Das Aufladen mit weiblicher Energie ist essentiell für eine harmonische Beziehung. Somit ist die Beziehung nicht gefährdet, sondern gefördert, wenn ihr getrennte Abende verbringt. Merkt euch eines: Die Tendenz, das Kind irgendwo abzugeben, um einen Abend unter Freundinnen zu verbringen, nimmt dann zu, wenn das Kind im Mittelpunkt steht. Wenn das Kind aber „neben“ den Eltern steht, ist es nicht so wichtig, ob es nun mit ist oder nicht. Maria K. denkt: Ich fühle mich verpflichtet, eine starke Mutter und immer glücklich zu sein. Ich bin erschöpft, lasse dies meinen Mann aber nicht spüren und merke oft, dass ich sehr schnell aggressiv werde. Ich habe das Gefühl, er würde mich ohnehin nicht verstehen. Roman Braun analysiert: Ich will vor allem eins betonen: Ihr befindet euch momentan beide in einer Extremsituation, die sowohl schön ist, als auch hart. Dein Partner und du dürft euch diese Situation eingestehen und darüber offen reden. Hier existiert ein Paradoxon: Je mehr Ratgeber man über dieses Thema liest, desto mehr sieht man diese Zeit als einen normalen Prozess im Leben an, den man durchlaufen muss, was frustriert. Legt die Bücher beiseite. Es stimmt - hunderttausende Pärchen bekommen Kinder, jedoch ist diese Situation eine Herausforderung, vor allem beim ersten Kind. Steht dazu. family fratz fratz&co 05/2013 33


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