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Fratz&Co Oktober 2013

www.fratz.at tipps Wenn ich vom guten Ende der Zaubermärchen ausgehe, so erzählen sie vom gelungenen, glücklichen Leben und machen somit Hoffnung darauf, dass das Leben gelingen kann und Mut dazu, das Leben zu wagen, trotz aller Erfahrungen von Dunklem. Sabine Lutkat, Präsidentin der Europäischen Märchengesellschaft Grimm’schen Märchen: „Das hängt nicht unbedingt damit zusammen, dass es die „besten“ wären, sondern einfach damit, dass es die bekanntesten sind.
Welche Märchen Kinder kennen sollten? Möglichst viele!“ Märchenerzählerin Beate Droppelmann plaudert aus der Praxis: „Es ist auch eine Altersfrage. Kleine Kinder mögen besonders sogenannte Ammenmärchen. Geschichten, die viele Wiederholungen aufweisen, wie zum Beispiel „Der dicke fette Pfannekuchen“. Auch lustige Geschichten mit Tieren sind sehr beliebt. Größere Kinder ab fünf oder sechs bis ungefähr zehn Jahren mögen gerne Spannung. Es dürfen schon unheimliche oder gruselige Aspekte enthalten sein. Für mich sind die „Drei Federn“ ein Klassiker, auch die „Bremer Stadtmusikanten“ von Grimm oder das österreichische Märchen „Hondideldo, Dideldei und Dideldob“. Das norwegische Märchen von der „Zottelhaube“ ist eine wunderbare Geschichte für Mädchen, um ihnen Aspekte von Selbständigkeit, Mut und Emanzipation zu vermitteln.“ Wie man zur beruflichen Märchenerzählerin wird, beantwortet Dena Seidl mit einer kleinen Geschichte: „Vor langer - gar nicht langer Zeit fragte mich die Maer ob ich König, Kobold, Hexe, Nixe oder Elfe darstellen will, ob ich im Wald, im Palast, in Zwergenhöhlen oder in den Lüften ihre Umgebung schaffen mag, ob ich den Erzählfaden zuwerfen und auffangen möchte. Da fasste ich mir ein Herz und sagte ja!“ Über die Faszination, die das Erzählen auf sie ausübt sagt sie: „Mich persönlich beeindrucken die Zwischenwelten, Elementarkräfte, Archetypen und die Zauberkraft der Märchen. Ich liebe es, die Schätze der Vergangenheit zu heben und somit selber ein Teil der Geschichten zu werden. Meine Großmütter und meine Mutter waren begnadete Märchenerzählerinnen und ich konnte nie genug bekommen. Ihre Saat ist in mir ebenso aufgegangen.“ Dena Seidl erzählt ihre Geschichten Menschen „ab vier Lebenslenzen bis 113 Lebensjahre, ab 40 Ohren und so weit meine Stimme reicht, ein Stundenglas voll Zeit, in gezählten 60 Minuten, Märchenwanderungen brauchen Raum & Zeit. In einer Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat … wünscht Euch was! Ab 10 Jahren „Russische Volksmärchen“, Alexander N. Afanasjew, www.bi-media.de Ab 5 Jahren „Das Große Märchenhörbuch“, gelesen von Sven Görtz, gesehen bei www.jako-o.at Ab 7 Jahren „Mondnächte erzählen“, Nina Stögmüller, www.pustet.at Ab 3 Jahren „Märchen aus aller Welt“, Hans-Joachim Gelberg u. Nikolaus Heidelbach, www.beltz.de Ab 5 Jahren „Kinder- und Hausmärchen“, gesehen bei www.jako-o.at spezial fratz fratz&co 05/2013 13


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